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Klassenkonzept

Vom Klassenkonzept zum Strukturkonzept

Das Klassenkonzept stammt eigentlich aus den Programmiersprachen. Prof. Sissi Closs übertrug die entsprechenden Modularisierungstechniken auf den Schulungsbereich und die Technische Dokumentation, um dort die bereichsübergreifende Nutzung von Inhalten zu ermöglichen.

Die Werkzeuge im Überblick

Unter einer Klasse versteht man in der objektorientierten Programmierung ein abstraktes Modell bzw. einen Bauplan für ähnliche Objekte. Anders gesagt dient sie dazu, Objekte anhand ihrer Struktur und ihres Verhaltens zu kategorisieren. Mit dem Klassenkonzept werden Inhalte also nach logischen und anwendungsorientierten Gesichtspunkten strukturiert.

Die Bausteine, die in solche Klassen eingeteilt werden, nennt Closs Topics (dt. „Themen“). Der Begriff stammt aus dem Dokumentenformat DITA und bezeichnet eine Informationseinheit mit Titel und Inhalt. Ein Topic ist knapp formuliert und behandelt ein einzelnes Thema. Es ergibt alleinstehend Sinn, ist also nicht von anderen Informationseinheiten abhängig.

Zusätzlich werden auf verschiedenen Ebenen (bis hin zur Feinstruktur, z. B. Überschrift) Regeln für den inneren Aufbau einer Topic-Klasse definiert. So ergeben sich aus Knotenklassen z. B. Regeln für die Unterteilung von Informationen in einzelne Bausteine. Verweisklassen wiederum definieren, wie die einzelnen Bausteine zu Informationsstrukturen zusammengestellt werden können.

Das Ziel: Zukunftsfähige Informationsangebote

Durch diese Anpassungen lässt sich das IT-Klassenkonzept in ein Strukturkonzept für die Technische Dokumentation verwandeln. Daraus entstehen neue Möglichkeiten für die Strukturierung von Informationsangeboten. Denn im Zeitalter von Cloud-Computing und mobilen Geräten greifen bislang getrennte Bereiche wie Technische Dokumentation, Schulung und Marketing immer stärker ineinander. Hier braucht es neue Synergien, sodass all diese Bereiche auf dieselben Informationen zurückgreifen können, ohne dass Mehrfachaufwand anfällt.

Damit bietet das Strukturkonzept eine Möglichkeit, innovative Informationsangebot zu schaffen. Zwar zielt es konkret auf die Implementierung einer Architektur mit dem XML-Standard DITA ab, das Prinzip lässt sich aber auch auf andere Architekturen übertragen. Denn durch die klaren Vorgaben werden Inhalte auf Verfasserseite schneller erstellt und können auf der Nutzerseite schneller erfasst werden.

Die Vorteile auf einen Blick

Strukturierung basierend auf dem Klassenkonzept kann die Inhalte der Technische Dokumentationn also fit machen für das digitale Zeitalter und überzeugt durch folgende Vorteile:

  • Flexibilität für die Umsetzung innovativer Informationsangebote
  • Einfachere Wiederverwendung dank konsistenter und standardisierter Inhalte
  • Neue Möglichkeiten bei Systematisierung, Automatisierung und Qualitätssicherung