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Strukturierungsmethode

Sinn und Ziel der Strukturierung komplexer Informationen
Strukturierungsmethoden ermöglichen eine übersichtliche Gliederung und die verständlichere Darstellung von komplexen Informationen.

Sie erleichtern dem Anwender das Aufnehmen der Inhalte und das Auffinden der gesuchten Informationen. Eine sinnvolle Strukturierung erleichtert die Modularisierung und damit die Erstellung, Verwaltung, Wiederverwendung und Publikation von Inhalten mit einem Redaktionssystem.

Funktionsdesign® für die Entwicklung einer unternehmenspezifischen Strukturierungsmethode
Funktionsdesign® ist eine Systematik von Prof. Jürgen Muthig und Prof. Robert Schäflein-Armbruster, mit der eine unternehmensspezifische Strukturierungsmethode entwickelt werden kann.

Das Funktionsdesign dient zum Standardisieren und Strukturieren Technischer Dokumentation und wurde aus der Sprechakttheorie entwickelt. Informationen werden hierarchisch in Funktionalen Einheiten organisiert:
erste Ebene: Informationsprodukt (z. B. Bedienungsanleitung)

zweite Ebene: Sequenzmuster (z. B. Folge von Handlungsschritten)

dritte Ebene: Funktionale Einheiten (z. B. 1. Handlungsvoraussetzung, 2. Handlungsschritt, 3. Handlungsergebnis)

vierte Ebene: Auszeichnungselement (z. B. Bedienelement)
Jedes Textsegment wird als Funktionale Einheit betrachtet. Diesem wird eine bestimmte kommunikative Funktion (=Sprechakt) zugeordnet. Die kommunikativen Funktionen sind in ihrer Abfolge fest definiert. Zusätzlich können sprachlliche Regeln definiert werden. Zum Beispiel können Handlungsanweisungen immer im Imperativ geschrieben werden.

Ein Unternehmen kann aus diesen Regeln einen eigenen spezifischen Redaktionsstandard, wie z. B. einen Redaktionsleitfaden erstellen.

Information Mapping®: Eine Strukturierung in Blöcken und Maps
Information Mapping® ist eine Strukturierungsmethode von Prof. Robert E. Horn, die ihre größte Verbreitung seit 1972 bei der Erstellung Technischer Dokumentation gefunden hat. Die Methode basiert auf verschiedenen Teilbereichen der Psychologie und ermöglicht es, die zu vermittelnden Informationen in Einheiten zu gliedern, die vom Leser leichter zu erfassen und wahrzunehmen sind. Die Dokumente werden kürzer, prägnanter und eindeutiger verständlich. Inhalte sind leichter auffindbar und führen durch die klarere Strukturierung zu weniger Fehlbedienungen.

Information Mapping® besteht aus den drei Komponenten Analyse, Strukturierung und Darstellung der Informationen. Zu den Werkzeugen der Methode zählen als Informationseinheiten Blöcke und Maps. Ein Block beinhaltet mehrere inhaltlich zusammengehörige Elemente wie Texte, Grafiken und Tabellen. Eine Map gruppiert mehrere thematisch zusammengehörige Blöcke unter einem gemeinsamen Titel.

Die Methode ist ein grundlegender Standard, der sich an firmenspezifische Anforderungen leicht anpassen lässt. Ein Unternehmen kann daraus einen eigenen spezifischen Redaktionsstandard, wie z. B. einen Redaktionsleitfaden, leicht erstellen.

Vom Klassenkonzept zum Strukturkonzept
Das Klassenkonzept von Prof. Sissi Closs dient der systematischen Topic-Einteilung. Es werden Inhaltskategorien und dazu passende Topic-Typen gebildet.

Inhalte können damit strukturiert werden nach
logischen und
anwendungsorientierten Gesichtspunkten
Aus Knotenklassen ergeben sich Regeln, wie die Informationen auf einzelne Bausteine verteilt werden sollen. Verweisklassen definieren, wie aus den einzelnen Bausteinen Informationsstrukturen zusammengestellt werden können.

Mit dem Klassenkonzept kann ein Strukturkonzept entwickelt werden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der Systematisierung, Automatisierung und Qualitätssicherung.