Entwicklungsprojekt SOLIS-Doc

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SOLIS-Doc

» integrierend » interoperable » innovativ

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Im August 2021 starten die dictaJet GmbH und die boTec GmbH als Verbundpartner das zweijährige Entwicklungsprojekt SOLIS-Doc – Smart Information for Aftersales Services. Das Projekt SOLIS-Doc wird im Rahmen des hessischen Förderprogramms Distr@l: Digitalisierung stärken – Transfer leben (Förderlinie 2: Digitale Innovationsprojekte) gefördert.

 

Projektziel

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines prototypischen Integrationssystems, welches kleine und mittelständische Hersteller von Geräten, Maschinen und Anlagen (Assets) dabei befähigt, ihre Aftersales-Services (Fehlerbehebung, Reparatur, Wartung, Kundenschulung) zu digitalisieren. Hintergrund für dieses Projekt ist die Tatsache, dass digitale Aftersales-Services an Bedeutung gewinnen, sowohl im Rahmen zukunftsorientierter digitaler Geschäftsmodelle wie PaaS (Product as a Service) als auch im Hinblick auf solche Krisen wie die derzeitige Corona-Pandemie. SOLIS-Doc wird anhand von konkreten Anwendungsfällen des assoziierten Partners Eckelmann AG entwickelt.

Ausgangslage

Betrachtet man heute die zu erbringenden Aftersales-Services an einer Maschine oder Anlage, so sind die dazu benötigten Daten und Informationen nur verfügbar auf verteilten und heterogenen IT-Systemen mit starken Medienbrüchen oder in den Köpfen erfahrener Mitarbeiter. Verfügt der Servicetechniker nicht über das benötigte Wissen, muss er sich häufig durch viele hundert Seiten Handbücher (ob als gedrucktes oder als Pdf-Dokument), Stromlaufpläne u.ä. arbeiten, um die Daten und Informationen zu finden, die für die anstehende Service-Leistung benötigt werden.

Dieser Zustand der noch sehr analogen Daten-, Informations- und Wissensbereitstellung ist im Rahmen der Entwicklung von digitalen Aftersales-Services nicht mehr tragbar. Denn: Digitale Aftersales-Services, wie zum Beispiel die Fernunterstützung im Fehlerfall einer Maschine, können erst erfolgreich betrieben werden, wenn dem Servicetechniker genau das für die Fehlerbehebung relevante Wissen nicht nur digital, sondern auch stets aktuell, kontextsensitiv, bedarfsgerecht und entsprechend seiner Qualifikation zur Verfügung steht.

Das Integrationssystem SOLIS-Doc

Das zu entwickelnde Integrationssystem SOLIS-Doc wird Daten und Informationen über Assets vernetzen, die bisher in Insel-Systemen verteilt liegen. Aus diesen vernetzten Daten kann über den kompletten Lebenszyklus von Assets relevantes Wissen generiert werden, das den Betrieb digitaler Aftersales-Services ermöglicht. Mit SOLIS-Doc werden die Daten und Informationen so integriert und aufbereitet, dass sie dem Nutzer serviceorientiert zur Verfügung gestellt werden können.

Parallel zum Softwaresystem SOLIS-Doc wird ein Vorgehensmodell entwickelt, das bei dieser zentralen Herausforderung – der Transformation von analogen zu digitalen Aftersales-Services – unterstützen soll.

Die Innovation von SOLIS-Doc

SOLIS-Doc, bestehend aus einem prototypischen Softwaresystem und einem Vorgehensmodell, stellt eine Produkt- und Dienstleistungsinnovation dar.

Softwaresystem

  • Integriert die Welt der Technischen Dokumentation und die Informationswelt der Assets durch eine semantische Verknüpfung beider „Welten“
  • Ermöglicht die On-the-fly-Generierung und Bereitstellung kontextsensitiver und bedarfs-gerechter Information
  • Ermöglicht die Rückführung von Informationen mittels eines redaktionellen Prozesses
  • Stellt Interoperabilität, Erweiterbarkeit, Skalierbarkeit und Wartbarkeit sicher

Vorgehensmodell

  • Als erlernbare Methode: Liefert Didaktik, Strukturierung und Standardisierung zur Entwicklung von Smart Information
  • Liefert die Methodik für die Implementierung des SOLIS-Doc-Systems als Ganzes in ein Unternehmensumfeld
  • Unterstützt bei der Transformation von analogen zu digitalen Aftersales-Services mit dem Schwerpunkt Daten-, Informations- und Wissensintegration
  • Bietet eine hohe Übertragbarkeit auf weitere Aftersales-Services auch von produzierenden KMUs verschiedenster Branchen

Standardisierung und Interoperabilität

Die Interoperabilität des Integrationssystems ist eine zentrale Voraussetzung für die Schaffung von digitalen Wertschöpfungsketten. Hierbei orientieren wir uns am Modell RAMI 4.01 der Plattform Industrie 4.0, das die Schaffung eines Orientierungsrahmens für die Digitalisierung der Industrie anstrebt. RAMI 4.0 ist eine dreidimensionale Zusammenführung der wichtigsten Aspekte von Industrie 4.0 mit dem Ziel sicherzustellen, dass alle Teilnehmer von Industrie 4.0 dieselbe Perspektive einnehmen und ein gemeinsames Verständnis aufbauen. Auf dem Information Layer des RAMI-Modells findet das eigentliche Sich-Verstehen der Systeme untereinander statt. Vor diesem Hintergrund wird sowohl das Vorgehensmodell als auch das prototypische Integrationssystem Antworten auf folgende zentrale Frage anstreben: Wie müssen Informationen aufbereitet werden, damit sie von einem System zum nächsten fließen, verstanden werden und so der nächste Schritt der Wertschöpfung gestartet werden kann?

Im Projekt werden hierfür auf Standards zurückgegriffen, die sich im Feld der Semantik etabliert haben bzw. etablieren, um den Anforderungen der Interoperabilität gemäß RAMI 4.0 gerecht zu werden. Für die Technische Dokumentation wird der neue Standard iiRDS implementiert.

Ansprechpartnerin für weitere Informationen und Rückfragen

Fabienne Schumann steht zur Verfügung für weitergehende Informationen und Rückfragen unter: solis-doc@dictajet.de

Das Entwicklungsprojekt SOLIS-Doc mit der Projekt-Nr. 20_0162_2A wird vom Land Hessen in der Förderlinie 2: Digitale Innovationsprojekte des Förderprogramms Distr@l: Digitalisierung stärken – Transfer leben gefördert.